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Geschichte des
Wallfahrtsortes
Der Ursprung des Wallfahrtortes ist mit der Verehrung
des Gandenbildes der schmerzhaften Mutter Gottes unter dem Kreuze verbunden
und reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. P. Malachias Welcker, ein
Zisterzienserpriester aus Osek, sagt in seiner „Reihenfolge der Äbte“: dass
das Gnadenbild in Maria Radschitz 1280in Folge eines Gelöbnisses aufgestellt
und eifrig verehrt wurde.
Die Zeit damals war sehr stürmisch und bewegt. Nach
Niederlage des Böhmischen Königs Přemysl Ottokar II. im Jahre 1278 wurde
Böhmen durch das Heer des deutschen Kaisers Rudolfs II. von Habsburg
verwüstet. Das Kloster Ossegg wurde geplündert und in Brand gesteckt. In
ihrer Not Bedrängnis suchten die Menschen Zuflucht zur schmerzhaften Mutter
Gottes und errichteten in der schon bestehenden Kirche in Maria Radschitz
das Gnadenbild.
Papst Nikolaus IV. erteilte durch eine Breve 1289 allen
Gläubigen einen 40 tägigen Ablass, die an bestimmten Tagen in der Kirche das
Bußsakrament und die Kommunion empfingen. Außerdem empfahl er, die Kirche
häufig zu besuchen und in ihr zu beten. Die Wallfahrten drückten diese Ehre
aus und waren durch eine Reihe von Wundern und Erhörungen der Besucher
begleitet, die zum Teil in den Wandfresken des Kreuzganges abgebildet sind.
Im Verlauf der Jahre ist die Geschichte der Kirche, der
Pfarre und der Gemeinde mit dem Wallfahrtsort und dem Marienkult verbunden.
Die Gläubigen verehrten immer die wundertätige Mutter Gottes in Ratschitz.
Während im weiteren Verlauf der Jahre viele Menschen dem Glauben und der
Kirche den Rücken zuwandten, blieben in Ratschitz die Gläubigen ihrer Mutter
treu und hielten weiter Andachten und Wallfahrten ab. Die Kirche überdauerte
die Hussitenkriege im 15. Jahrhundert, durch die die Gegend sehr verwüstet
wurde. Als im 16. Jahrhundert der Protestantismus im Königreich Böhmen
Einzug hielt, blieben die Ratschitzer der katholischen Kirche treu..
Gott belohnte die Treue zur Himmelkönigin. Viele Kranke
wurden geheilt oder fanden Linderung und Erhörung ihrer Gebete. So können
wir einer Chronik der Kirche entnehmen, dass ein gewisser Jakob Palm in der
Sakristei der Kirche noch vor Beginn des 30 jährigen Krieges eine große
Menge Krücken sah, die von den Geheilten dort zurückgelassen oder als
Andenken dahin gesendet wurden.
Im 17. Jahrhundert, nachdem die Zisterzienser 1626 nach
Osek zurückgekehrt und die Verhältnisse sich stabilisiert hatten, widmete
das Kloster Osek seine Aufmerksamkeit erneut dem Wallfahrtsort. Zur
Blütezeit und zur Gipfelperiode des Wallfahrtsortes kam es im 18.
Jahrhundert. Abt Benedikt Littwerich ließ im Barockstil eine neue Kirche,
den Kreuzgang und die Pfarrei erbauen, die erst unter seinem Nachfolger
Hieronymus Besnecker beendet wurde. Der Grundstein zur Kirche wurde 1698
gelegt und der Bau mit dem Kreuzgang 1718 beendet. Nach Beendigung der
Kirche wurde das Gnadenbild, das sich in der alten Kirche am Seitenaltar
befand, auf den Hauptaltar übertragen. Später kamen aus Spenden eine neue
Kanzel, der Johannis-Altar, die Statuen im Kirchenschiff und unter der
Kuppel hinzu. Am Projekt und am Bau waren zwei Architekten Jean Baptiste
Mathes und Octavian Broggio involviert. Mathes konstruierte das
Kirchenschiff und die Seitenkapellen, während Broggio das Presbyterium und
den Kreuzgang projektierte.
Interessant ist der Bericht, dass zum Bau des
Kreuzganges ein aus Maria Ratschitz stammender Karl Püttner sein im Weg
stehendes Haus abtrat. Er starb 1721 und ist im Kreuzgang an der Stelle
begraben, wo der Tisch in seinem Zimmer stand. Dort ist jetzt sein
Grabstein.
Das Pfarrgebäude selbst war von Abt Littwerich als
Propstei geplant und wurde deshalb großartig wie ein Kloster angelegt und
gestaltet. Zur Erhebung zu einer Propstei kam es dann nicht.
| Der Hauptaltar mit dem Gnadenbild wurde von Papst
Klemens XI. zu einem privilegierten Altar („altare priviligatum“)
erhoben. Später bestätigte Papst Pius IX. 1858 dieses Privilegium und
stellte dazu eine Breve aus. |
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Auf Fürbitte der Gottesmutter geschahen viele
wunderbare Gebetserhöhungen, die P. Sartorius sammelte, und von denen einige
auf den Bildern im Kreuzgang dargestellt sind. Zum Ausmalen des Kreuzgangs
kam es erst später, unter Abt Mauritius Elbel, gegen Ende des 18.
Jahrhunderts. Damals wurden auch die Heiligenstatuen, die Altäre und Bilder
verfertigt. Die Künstler waren Josef Kramolin und Ignaz Patsner, während die
ursprünglichen in der Kuppel des Presbyteriums von Johann Quirinus Jahn
stammen. Anstatt der unscheinbar werdenden Gewänder des Gnadenbildes aus
kostbaren Stoffen, liess Jakob Kindelmann ein im Feuer vergoldetes
Metallgewand verfertigen.
Seit Ende des 18. bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts
fand ein Rückgang der Besucherzahl in Maria Radschitz statt. Das religiöse
Leben wurde durch die Politische Lage und Antritt des Rationalismus gehemmt.
Diese Zeitepoche endete mit den unruhigen Jahren um 1848.
Nach 1848 kam es wieder zur Belebung des religiösen
Lebens und zur weiteren Entfaltung des Wallfahrtsortes.
Abt Athanasius Bernhard ließ 1857 für die Kirche eine
neue Glocke als Ersatz für die alte, gesprungene gießen. Er führte auch
Renovierungen der Kirche durch und unternahm 1858 mit einer feierlichen
Prozession eine Wallfahrt von Ossegg – am Namensfeste Mariens zur Erinnerung
an die Grundsteinlegung der Kirche vor 160 Jahren. 1868 wurde die Statue der
hl. Dreifaltigkeit am Platz vor der Pfarre renoviert.
In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die
Kirche wieder renoviert, wobei es auch zu Änderungen in der Ausstattung und
Dekoration der Kirche kam. Es wurden neue Statuen situiert und die
Gestaltung der Altäre geändert. Auch der heutige Hauptaltar mit dem
Gnadenbild ist ein Werk dieser Zeit. Es stammt aus dem Anfang des 20.
Jahrhunderts und wurde 1910 fertig gestellt.
Die Geschichte des Wallfahrtsortes im 20. Jahrhundert
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Die Wallfahrten wurden bis zum zweiten Weltkrieg in
guter Tradition fortgesetzt. Nach 1945 brach sie komplett ab. Mit der
Vertreibung der deutschen Bevölkerung und der Auflösung des Kloster
Ossegg wurden die historischen Beziehungen unterbrochen und während der
Herrschaft der Kommunisten wurden alle religiösen Tätigkeiten dermaßen
beschränkt, dass Wallfahrten in ihrer früheren Form überhaupt nicht mehr
stattfanden.
Die Wallfahrtskirche, der Kreuzgang und das
Pfarrhaus verfielen teilweise bis 1971. In diesem Jahre wurden einige
Renovierungen des Wallfahrtsortes unternommen, vor allem der Kirche.
Später verschlechterte sich der Stand wieder und ein Teil der Objekte
ist in Havarienzustand.
Mit der
politischen Wende 1989 kehrten die Zisterzienser nach Ossegg zurück. Die
Tradition der Wallfahrten nach Maria Radschitz wurde wieder aufgenommen.
Sie dem Herbst 1994 finden regelmäßig an jedem 13. im Monat zum so
genannten Fatimatag statt.
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Die Kirche bleib Pfarrkirche und Gottesdienste fanden
zunächst weiter statt. Pfarrer war anfangs P. František Krákora, ein
Ossegger Zisterzienser. Er starb 1975 und wurde er auf dem Friedhof in
Maria Radschitz begraben, die Gräber sind inzwischen wegen der
Kohlegewinnung auf den Friedhof in Litvinov übertragen worden. Krakoras
Nachfolger P. Macek wohnte nicht mehr hier, sonder ab 1973 in Janov (Janegg).
Die unregelmäßig stattfinden Gottesdienste übernahmen Geistliche aus den
umliegenden Pfarrgemeinden wie Duchcov und Janov (Dux, Janegg) bis zum
Beginn der 90 er Jahre. |
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